Gewaltfrei

Gewaltfrei ist ein Netzwerk zur Gewaltprävention in Bad Honnef, gegründet im Jahr 2014. Gewaltfrei soll ein – wie der Name schon sagt – gewaltfreies Miteinander, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, auf verschiedenen Ebenen fördern.

Vor vier Jahren hat das Aalkönigkomitee erstmals seine Fördermittel gebündelt und in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring Bad Honnef ein Konzept mit dem Schwerpunkt Gewaltprävention entwickelt. So konnten verschiedene Institutionen bis lang über 40 soziale Projekte unter dem Dach des Netzwerkes erfolgreich umsetzen.
In 2018 verwirklicht das Netzwerk insgesamt acht Projekte. Mit dabei auch alt bewährte, erfolgreiche Projekte aus den vergangenen vier Jahren aber vor allem neue, spannende Projektkonzepte:

Die KinderKunstschule-Unkel arbeitet mit der Löwenburg Grundschule und dem Casimir Verlag zusammen an dem Theater- und Schreibprojekt „Schrei, wenn Du kannst! – MOBBING in der Schule“. Kinder, die bereits direkt oder indirekt Erfahrungen mit Mobbing gemacht haben, sollen lernen präventiv und nachhaltig die Gefahren und Auswirkungen von Mobbing zu erkennen und Lösungen zu entwickeln. Zuerst sollen die Kinder lernen ihre eigenen Geschichtsideen in Worte zu fassen und den Zuhörer zu „fesseln“. Die erfundenen Geschichten werden dann in einem Improvisationstheater dramatisiert und abschließend überarbeitet und illustriert in einem Buch veröffentlicht. Die Aufführung des Improvisationstheaterstücks wird voraussichtlich als offene Veranstaltung des Netzwerks Gewaltfrei präsentiert und gleichzeitig als Forum zum Austausch mit den anderen Projekten dienen.

Ebenfalls neu im Programm ist das Inklusive Fußballturnier, ausgerichtet von den Fußballfreunden Hohenhonnef. Die Fußballmannschaft des Hauses Hohenhonnef spielte bereits mehrfach gegen andere Mannschaften und auf inklusiven Turnieren der Region. Die dort erlebte Gastfreundschaft und die Freude an den vielfältigen Begegnungen motivierten selbst einmal Gastgeber zu sein. Nach dem Leitsatz Sport – und insbesondere Fußball – als Medium Sozialer Arbeit gewaltpräventiv zu nutzen, wurde das Turnier mit zehn Mannschaften im Sommer durchgeführt.

Ein erneut gefördertes Projekt ist die Stabilisierungsgruppe für Frauen nach traumatischen und belastenden Erfahrungen, angeboten vom Frauenzentrum Bad Honnef. Viele der Frauen, die sich an das Frauenzentrum wenden, sind in ihrer Vergangenheit oder aktuell durch unterschiedlichste Formen von Gewalt, in der Regel durch nahestehende Bezugspersonen, traumatisiert worden. Der wesentliche Schritt bei der Verarbeitung eines Traumas ist neben dem Herstellen der äußeren Sicherheit, das Wiedererlangen des Gefühls von innerer Sicherheit. Diese Gruppe setzt daher bei den Ressourcen der Frauen an und hilft Ihnen mehr Stabilität zu entwickeln.

Zusätzlich stellt das Frauenzentrum Bad Honnef das Projekt „Partyguides: Feiern – aber sicher!“ mit Hilfe des Netzwerks auf die Beine. Im Rahmen einer Präventionskampagne gegen sexualisierte Gewalt werden junge Frauen zu „Partyguides“ fortgebildet, die dann andere Mädchen über die Gefahren von K.O.-Mitteln und über sexuelle Belästigung informieren. Angeknüpft an die Idee, dass diese „Partyguides“ die Expertinnen für ihr eigenes Leben sind und genau wissen wie Frauen miteinander sprechen und wo sie ausgehen, ergänzt das Fachwissen der Mitarbeiterinnen des Frauenzentrums diese Fähigkeiten mit Informationen zu Gefahren und Gesetzen.

Einer der „Klassiker“ ist der BAEGI – der Bauspielplatz Aegidienberg. Beim Bauspielplatz, handelt es sich um ein abenteuerpädagogisches Konzept des Jugendtreffs Aegidienberg. Mit Hammer und Nagel erschaffen die Teilnehmer-Kids gemeinsam und nach eigenen Vorstellungen ein Dorf. Dort werden sie zu selbstständigen Unternehmern, Arbeitnehmern und verbringen tagsüber ihr Dorfleben mit eigener Währung und eigenen, für alle geltenden Gesetze. Das diesjährige Motto lautete „Wir bauen Europa“. Spielerisch wurde den Kindern so die Europäische Union nähergebracht.

Neben dem Bauspielplatz, beteiligt sich der Jugendtreff Aegidienberg mit einem weiteren Projekt. Das geschlechtsspezifische und interkulturelle Angebot „weibl(ICH) – Rund um die Welt“ lief bereits 2017 an und wurde nun dieses Jahr fortgesetzt. Mit dem Ziel Mädchen, ungeachtet ihrer Herkunft, Frei- und Schutzräume zu bieten und gleichzeitig die Mädchen durch Festigung ihrer individuellen Persönlichkeiten zur Selbstbehauptung zu befähigen, treffen die Pädagogen den Nerv der Zeit. Eingebettet in spaßige Angebote die auch im Kreativen und Handwerklichen Bereich angesiedelt sind, sollen sich die Teilnehmerinnen weiterentwickeln.

Schon seit Beginn an dabei: das Haus der Jugend in Bad Honnef. Ebenfalls mit einem bewährten Projekt in zweiter Auflage. Über einen Zeitraum von 40 Wochen werden einmal pro Woche gemeinsam mit momentan acht Jugendlichen im Rahmen des Nachmittagsangebots Trickfilme produziert. Inhaltlich stehen dabei die Umsetzung kreativer Ideen, der spielerische Erwerb von Medienkompetenz, die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und deren Anliegen sowie die intensive Arbeit im Team im Vordergrund.

In diesem Jahr wird wieder im SIBI (Städt. Siebengebirgsgymnasium Bad Honnef) geboxt. Im vergangenen Schuljahr hatten die bereits die Möglichkeit neben der sportlichen Komponente auch von anderen Aspekten des Boxsportes zu profitieren. Aspekte wie die Steigerung des Selbstwertgefühls, Erlangung von Sicherheit im Auftreten und Respekt vor ihren Mitmenschen. Begleitet wird das Projekt auch im diesen Jahr wieder durch Trainerinnen des Allgemeinen Turnvereins (ATV) aus Selhof.

Neben den acht einzelnen Projekten lädt das Netzwerk Gewaltfrei zweimal im Jahr zu einem offenen Erfahrungsaustausch rund um das Thema Gewaltprävention für Jugendliche – dem Forum Gewaltfrei – ein.